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Skoliose? - Was genau ist das eigentlich?

22.09.2019 von Fit Industry

Skoliose? - Was genau ist das eigentlich?

Was du über Skoliose wissen solltest...

Was genau ist eine Skoliose?

Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule mit einer Drehung der Wirbelkörper. Das hat deutliche Auswirkungen auf die Beweglichkeit. Diese Verformung lässt sich nicht durch eine bestimmte Körperhaltung ausgleichen, sondern besteht dauerhaft (chronisch).

Wie sehen die Symptome aus?

Die Symptome einer Skoliose sind vielfältig und sowohl sichtbarer als auch unsichtbarer Natur. In leichteren Fällen fällt die Rückgratverkrümmung kaum auf, in schwereren sind die anatomischen Verformungen deutlich sichtbar. Das Ausmaß der Symptome hängt von Schwere und Art der Skoliose ab und kann sich von Patient zu Patient stark unterscheiden. Deutlich sichtbar sind unterschiedlich tief hängende Schultern, ein schiefer Rücken, ein schief stehendes Becken sowie ein herausragendes Schulterblatt. Die Rippen können einseitig in eine erhöhte Position rutschen oder die Muskeln im Lendenbereich als Wulst hervortreten. Auch eine einseitige Beinverkürzung ist als Symptom möglich. Die sichtbaren Veränderungen zeigen sich in der Regel nicht auf einmal, sondern schleichend und schrittweise mit fortschreitender Skoliose. Im Verlauf der Erkrankung hat der Patient immer größere Schwierigkeiten, den Rücken gerade zu halten und nimmt beim Sitzen, Laufen und Stehen eingekrümmte Haltung ein. Hinzu kommen das Gefühl von Taubheit oder Lähmung in den Gliedmaßen sowie starke Rückenschmerzen. Diese Schmerzen treten als Folge von Bewegung ebenso in Erscheinung wie durch einen eingeklemmten Nerv. Beobachten lässt sich bei zunehmend ausgeprägter Skoliose eine Störung der Reflexe.

Welche Ursachen gibt es?

Aus einer Wachstumsdeformierung entstehen Beschwerden unterschiedlicher Art und unterschiedlicher Intensität: Durch die verdrehte und seitlich verkrümmte Wirbelsäule werden Bandscheiben, Gelenke oder Bänder zusätzlich verdreht oder geschädigt, weshalb sie nicht mehr ihre natürliche Form zeigen. Sind die einzelnen Wirbelkörper deformiert, wird das als Torsion bezeichnet. Leider versteifen sich die betroffenen Wirbelsäulenabschnitte durch das Fortschreiten der Erkrankung, was die Bewegungsfähigkeit des Körpers einschränkt. Wird die Wirbelsäulenverkrümmung nicht behandelt, verstärkt sich das chronische Leiden zunehmend. Experten vermuten ein ungleichmäßiges Wachstum der Wirbelkörper und der Rückenmuskulatur. Wenn ein Bereich schneller als der andere wächst, kommt es zu einer negativen Beeinflussung durch Verdrehung oder Überdehnung, wodurch die Skoliose entsteht. Andererseits kann die Wirbelsäulenverkrümmung auch erblich bedingt sein, da sie gehäuft in einigen Familien vorkommt. In diesen Fällen lassen sich die Ursachen eindeutig klären, weshalb diese Form auch als funktionelle Skoliose bezeichnet wird. Die Wirbelsäulenverkrümmung kann zudem durch Umwelteinflüsse verursacht sein. Da die Ärzte die Skoliose anhand verschiedener Bewertungskriterien diagnostizieren, gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse, wie häufig Skoliose in der Bevölkerung auftritt. Die meisten Ärzte sehen einen Krümmungswinkel von zehn Grad als Indikation für eine behandlungsbedürftige Skoliose an. Die leichte Skoliose tritt zudem weitaus häufiger auf und wird mit zwei Patienten unter 100 Personen angegeben. Etwa 90 Prozent aller Skoliosen sind idiopathisch, man weiß also nicht, wieso sie entstehen. Bei den restlichen zehn Prozent - den sekundären Skoliosen - kommen verschiedene Ursachen in Frage, die zu einer Wirbelsäulenverkrümmung führen.

Wie sehen die Heilungschancen aus?

Eine Skoliose lässt sich bis zu einem gewissen Grad zurückbilden oder deren Fortschreiten bremsen. Vor allem bei Säuglingen ist die Prognose gut, wenn Ärzte die Wirbelsäulenverbiegung rechtzeitig entdecken und behandeln. Die Prognose der Skoliose ist umso besser, je früher die Therapie beginnt. Hierbei gilt oft: Je jünger der Betroffene ist, umso größer die Möglichkeit der Korrektur. Auch du selbst kannst den Verlauf einer Skoliose positiv beeinflussen. Je motivierter und konsequenter du die Therapie absolvierst, etwa ein Korsett trägst oder physiotherapeutische Übungen durchführst, desto besser verläuft die Wirbelsäulenerkrankung. Auch die Beschwerden nehmen durch die regelmäßigen Therapien ab.

Kann Sport die Heilungschancen erhöhen?

Grundsätzlich sind sportliche Aktivitäten bei Skoliose Erkrankungen nicht nur erlaubt, sie sind sogar empfehlen- und wünschenswert und wirken aufbauend und stärkend auf die gesamte Rücken- und Rumpfmuskulatur. Sportaktivitäten ergänzen, erweitern und unterstützen somit in idealer Weise zusätzlich die seitens des Arztes verordneten krankengymnastischen Therapiemaßnahmen. Um welche Sportarten es sich dabei handelt, hängt zum einen von den persönlichen sportlichen Ambitionen, der Ausprägung und Compliance der Skoliose, dem Alter des Patienten, eines eventuell vorhandenen Schmerzbefundes und zum anderen von der Intensität der Sportart ab.

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