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Rheuma und Sport? - wie gehe ich es an?

29.07.2019 von Fit Industry

Rheuma und Sport? Wie gehe ich es an?

Wie viel Sport ist machbar?

Was ist eigentlich Rheuma?

Unter dem Begriff Rheuma werden mehr als 100 verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Das Spektrum reicht hier vonv Arthrose über Gicht und Lupus bis hin zur Fibromyalgie. Wer von Rheuma spricht, meint jedoch in der Regel die rheumatoide Arthritis, von der etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betroffen ist. Die chronische Gelenkentzündung ist sehr schmerzhaft und kann den Alltag stark beeinträchtigen. Hier ist es wichtig, schnell eine geeignete Behandlung einzuleiten und gegebenenfalls eine Reha in Betracht zu ziehen.

Wodurch wird Rheuma verursacht?

Warum Rheuma überhaupt entsteht ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Forscher gehen davon aus, dass Autoimmunprozesse eine große Rolle spielen. Bei Rheumakranken ist das Immunsystem fehlgeleitet, das heißt körpereigene Substanzen werden als fremd eingestuft und bekämpft. Immunzellen wandern in die Gelenke und produzieren entzündungsfördernde Stoffe, mit der Folge, dass die Gelenkinnenhaut zu wuchern beginnt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kommt es im Laufe der Jahre zur vollständigen Zerstörung der Bänder, Knorpel und Knochen des jeweiligen Gelenks. Neben Autoimmunprozessen kann auch eine erbliche Veranlagung zur Entstehung von Rheuma beitragen. Gleiches gilt für schädliche Umwelteinflüsse wie Rauchen oder Alkoholkonsum. Vermutlich müssen jedoch mehrere Faktoren zusammenspielen, damit Rheuma ausgelöst wird.

Wie äußert sich Rheuma?

Vor allem zu Beginn der Erkrankung ist Rheuma auch für einen Mediziner nur schwer erkennbar. Die Patienten klagen meist über allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder leichtes Fieber. Erst später kommt es zu stark geschwollenen Gelenken und einer unangenehmen Gelenksteifigkeit, die vor allem in den Morgenstunden auftritt. Rheuma kann sowohl in den „harten“ Körperstrukturen (Gelenke, Knochen, Knorpel) wie in den „weichen“ Strukturen (Bänder, Sehnen, Muskeln) auftreten, und auch die Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. In diesem Fall spricht man beispielsweise von rheumatischen Augenentzündungen, rheumatischen Entzündungen der Nieren oder auch von rheumatischen Herzmuskelentzündungen. Die meisten Betroffenen leiden jedoch vornehmlich unter Schmerzen im Bewegungsapparat. Meist sind symmetrische Gelenke betroffen, also beispielsweise beide Schultern oder beide Knie. Die Schmerzen sind vor allem nachts, wenn der Körper zur Ruhe kommt, stark ausgeprägt. Mit fortschreitender Erkrankung kann es zusätzlich zu Gelenkverformungen und einer eingeschränkten Beweglichkeit kommen. Die Diagnose Rheuma gilt als gesichert, wenn mindestens drei Gelenke für einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen entzündet sind und der sogenannte Rheumafaktor im Blut nachweisbar ist.

Wie sieht die Therapie aus?

Nach heutigem Kenntnisstand ist Rheuma nicht heilbar, die Beschwerden lassen sich jedoch gut lindern, um den Betroffenen ein weitgehend schmerzfreies Leben zu ermöglichen. An erster Stelle steht die Behandlung mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten. Außerdem haben sich bei Rheuma Physiotherapie, Ergotherapie und Physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Strom) bewährt. Im fortgeschrittenen Stadium – also dann, wenn die Gelenke nahezu völlig zerstört sind – sollte der Gelenkersatz durch Prothesen in Betracht gezogen werden. Eine Reha-Maßnahme kann Rheumapatienten zudem dabei unterstützen, den Alltag besser zu meistern. Der gesamte Bewegungsapparat wird durch therapeutische Maßnahmen (Sport, Physiotherapie) gestärkt, um Schmerzen zu lindern und die eigene Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit zu steigern. Bei schweren Formen oder nach einem rheumabedingten Krankenhausaufenthalt dient die Reha zur Wiedereingliederung in das soziale Leben. Auch zur Abwendung der Berufsunfähigkeit oder zur Vermeidung einer Pflegebedürftigkeit ist eine Reha geeignet.

Darf ich Sport treiben und wenn ja wie viel?

Regelmäßige Bewegung ist für jeden von uns wichtig. Das gilt ganz besonders auch für Patienten mit Rheuma, denn Bewegung und ein an die jeweilige Krankheitssituation angepasster Sport ist ein wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen steife und unbewegliche Gelenke. Bewegung beeinflusst die Erkrankung in vielerlei Hinsicht positiv. Sie fördert die Gelenkfunktionen,
verzögert den Krankheitsverlauf, wirkt schmerzlindernd und beugt dem Knochenschwund vor. Die Lebensqualität und Zufriedenheit durch eine regelmäßige körperliche Bewegung wird deutlich besser.

Daher sind neben Medikamenten und Krankengymnastik auch Sport und Bewegung ein wichtiger Bestandteil des Behandlungsplans von Rheumapatienten. Wähle dabei Sportarten mit langsamen Bewegungsabläufen, bei denen alle Gelenke schonend bewegt und die Muskeln gestärkt werden. Dazu gehören z.B. Schwimmen, Radfahren oder kontrolliertes Krafttraining an entsprechenden Trainingsgeräten. Abzuraten ist von Sportarten mit schnellen Stoß- und Schlagbewegungen und hohem Verletzungsrisiko wie Tennis, Fußball und Handball.

Wichtig: Im akuten entzündlichen Erkrankungsschub sollten die Aktivitäten generell reduziert werden!

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