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''Papa, darf ich ins Fitnessstudio?'' - Wann Kinder frühestens mit dem Kraftsport anfangen sollten!

09.11.2019 von Fit Industry

''Papa, darf ich ins Fitnessstudio?'' - Wann Kinder frühestens mit dem Kraftsport anfangen sollten!

...14, 16 oder doch lieber 18? Was ist das richtige Alter fürs Fitnessstudio?!

Immer mehr Kinder und Jugendliche fangen mit Fitness, speziell dem Kraftsport an und eifern den Fitness-Youtubern auf Instagram und Co. nach.

Aber trägt das in dem Alter überhaupt zu einer ordentlichen Körperentwicklung bei?

Ab wann ist es in Ordnung, wenn (m)ein Kind anfängt, mit Gewichten zu trainieren?

Aktuell sind etwa 11,5 Millionen Menschen deutschlandweit im Fitnessstudio angemeldet. Das liegt mitunter auch an den sozialen Medien welche gerade in den letzten Jahren einen regelrechten Fitness-Boom hervorgerufen haben. Viele Fitnessmodels und Influencer generieren ihre Reichweiten nämlich mithilfe der Zielgruppe der 13- bis 18-jährigen Nutzer von Instagram, YouTube und anderer Online-Portale. Angetrieben von diesen virtuell zur Schau gestellten Muskelbergen und flachen Bäuchen zieht es viele Jugendliche in die Fitnessstudios. Da fragt man sich doch erst Recht ob dieser Hype gut für unseren Nachwuchs ist oder ob man hier als Elternteil dringend eingreifen und dem ein Ende setzen sollte.

Diese Frage stellen uns die Eltern ebenfalls oft, wenn ihre Kinder mit dem Wunsch einer Studio-Mitgliedschaft ankommen. Nicht selten wird dann auch im Vorfeld schnell das Internet zu Rate gezogen, wo Warnungen wie „Kraftsport im Kindesalter kann zu Wachstumsstörungen und Knochenschäden führen“ kursieren.

Aber ist das wirklich so?

Training mit Verstand - Belastungsgrenzen erkennen!

Die sogenannten Wachstumsfugen der Knochen können durch übermäßige Belastung (!) in der Tat beschädigt werden, denn der knorplige Anteil der Röhrenknochen ist bei Kindern und Jugendlichen noch verletzlicher. Bei Erwachsenen knöchern die Wachstumsfugen einfach aus, das Ende des Wachstumsprozesses ist dann erreicht. Allgemein kann man jedoch sagen, dass das Alter, in dem Kinder anfangen sollten Kraftsport zu betreiben, nach dem individuellen Reifegrad bemessen werden sollte, d.h., dass bereits ab dem 14. bis 16. Lebensjahr dem Training bei gesunden Kindern grunsätzlich erst einmal nichts im Wege steht. Wichtig ist aber, dass vor allem bei Heranwachsenden jeder Gang ins Studio mit besondererer Vorsicht genossen werden sollte. Bei zu hoher Belastung verknöchern die Wachstumsfugen vorzeitig, was die Entwicklung des Körpers hemmen kann.

Wie sollte das Training bei Kindern und Jugendlichen gestaltet werden?

Ebenso liest man oft, dass Jugendliche lieber nur an den Geräten oder mit dem eignene Körpergewicht trainieren sollten, statt im Freihantelbereich zu trainieren. Das halten wir allerdings für ein wenig überspitzt, denn im Fitnessstudio ist es eher wichtig, die Intensität zu verringern statt Übungen oder gar ganze Studiobereiche einfach pauschal zu verteufeln.

Bei einer Wiederholungsfrequenz von 6-10 Wiederholungen kann mit moderatem Gewicht nämlich prinzipiell erst einmal nichts passieren. Wenn allerdings außerhalb vom Maschinen- bzw. Gerätetraining noch regelmäßig im Freihantelbereich trainiert wird, so sollte man Kinder und Jugendliche in jedem Fall gerade anfangs nicht ohne Betreuung und Aufsicht trainieren lassen. Es sollte gewährleistet sein, dass eine qualifizierte Aufsichtsperson vor Ort ist, die bei einer falschen Ausführung der einzelnen Übungen und/oder einer Selbstüberschätzung des Kindes jederzeit eingreifen kann. Auch ein Vorgespräch mit Erziehungsberechtigen gemeinsam mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen im Studio sollte immer wahr genommen und auch im Studio eingefordert werden.

Hat Kraftsport für Kinder und Jugendliche Vorteile?

Grundsätzlich wirkt sich jede Form von Sport im Jugendalter, sofern Sie denn richtig dosiert und ausgeführt wird, langfristig positiv aus. Je länger ein Kind oder Jugendlicher sportlich aktiv ist, desto besser und sensibler reagiert das Muskelgedächtnis im Alter auf wiederkehrende Reize. Außerdem wird durch eine frühe sportliche Aktivität der Bewegungsapparat verbessert. Auch werden durch die systematische Belastung im Kraftsport die Sehnen und Bänder gestärkt. Ein langfristiger Vorteil ist zum Beispiel die Vorbeugung von Osteoporose, denn bis zum 30. Lebensjahr werden hierfür die Grundlagen gelegt!

Keine ''Dummheiten'' akzeptieren!

Fakt ist, nicht jeder Bodybuilder dem die Kinder im Internet oder Fernsehen nacheifern hat sich seine Muskeln ausschließlich durch hartes Training und eine konsequente Ernährung antrainiert. Hier wird nach wie vor auch auf Steroide gesetzt, um die eigene Leistungsfähigkeit zu pushen. Das sollten Eltern wissen und bei ihren Sprösslingen unbedingt verhindern. Denn gerade bei Jugendlichen kann der Konsum katastrophale Folgen haben. Jugendliche sind durch die sozialen Medien anfälliger für anabole Steroide geworden. Der Grund dafür ist, dass den Heranwachsenden dort leider ein körperliches Bild vermittelt wird, das ohne Steroide definitiv nicht aufrechtzuerhalten wäre. Jugendliche werden teilweise von diesen Bildern ''dauertherapiert'', da Sie im Alltag jederzeit Zugang zu sozialen Netzwerken haben.

Tipp: Auch hinsichtlich dieser Thematik ist ein Vorgespräch im Studio gemeinsam mit dem betreuenden Personal und den Eltern in jedem Fall ratsam, denn hier kann das Personal gleich klar stellen, wie mit nachgewiesenem Steroidkonsum umgegangen wird - nämlich mit einem sofortigen Rauswurf aus dem Studio und einer Strafanzeige.

Fazit

Fakt ist, dass das Risiko, Wachstumsfugen zu beschädigen weniger eine Frage des Alters, als vielmehr einer schlechten Ausführung oder zu hohen Trainingsgewichten ist. Außerdem birgt Kraftsport im Jugendalter nicht nur Risiken, sondern hat vor allem langfristig auch Vorteile für den Körper. Es spricht also grundsätzlich erstmal nichts dagegen, wenn der/die 16-jährige ins Fitnessstudio geht, um dort Sport zu treiben. Voraussetzung hierfür ist, dass die Eltern (und auch das Studiopersonal) darauf achten, dass das Kind die Finger von Dopingmitteln lässt, auf eine korrekte Ausführung achtet und es bei den Trainingsgewichten nicht übertreibt.

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