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Energy Drinks - wie gefährlich sind Sie wirklich?

27.04.2019 von Fit Industry

Energy Drinks - wie gefährlich sind Sie wirklich?

Ist der Verzehr von Energy-Drinks gesundheitlich bedenklich?


Die Inhaltsstoffe

Die meisten Energy Drinks schmecken künstlich süß und setzen sich in der Regel aus folgenden Zutaten zusammen:

Wasser, Zucker (zum Beispiel Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose), Kohlensäure, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Dabei sorgt das Koffein für die anregende Wirkung, das gilt aber nur für Koffein in Maßen. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Getränke durch Pflanzenextrakte wie Mate oder Guarana, verschiedene Aroma- und Farbstoffe.

Die gesetzlichen Bestimmungen zu Energy Drinks stehen in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung. Bei einem Energy-Drink handelt es sich um nichts anderes als ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk , das maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten darf.

Für andere Zutaten gelten folgende Höchstgehalte:

Inhaltsstoff     Höchstgehalt (Milligramm je Liter)

Koffein                                  320
Taurin                                4.000
Inosit                                    200
Glucuronolacton                2.400

Beträgt der Koffeingehalt mehr als 150 Milligramm pro Liter, müssen Getränke seit Ende 2014 den Hinweis tragen: "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen".

In Klammern muss der Koffeingehalt in Milligramm pro 100 ml angegeben werden.

Diese Anforderungen gelten auch bei loser Abgabe des Getränkes. Hier müssen die Angaben auf einem Schild auf oder neben der Ware oder in Gaststätten auf der Speise- und Getränkekarte aufgeführt sein.

Die Regelungen für den Koffeingehalt gelten nicht für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke auf der Grundlage von Kaffee oder Tee, wenn "Kaffee" oder "Tee" in der Bezeichnung steht.

Das ist beispielsweise bei Eistee der Fall.

Zuckerbombe

Durch den relativ hohen Zuckergehalt enthalten Energy Drinks viele Kalorien, etwa genau so viel wie Cola-Getränke oder Limonaden. Zwei Dosen dieses Getränks (500 Milliliter) können bis zu 70 Gramm Zucker enthalten, das sind umgerechnet 24 Stück Würfelzucker.

Das Gute ist jedoch, dass es zuckerfreie Varianten gibt, die mit Süßstoffen gesüßt sind.

Wie gefährlich sind Energy-Drinks?

Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 mg Koffein, etwa so viel wie eine Tasse Kaffee.

Das klingt zunächst harmlos. Das Problem ist aber, dass es oft nicht bei einer Dose bleibt.

Wenn mehrere Energy Drinks hintereinander getrunken werden, können folgende unangenehme Wirkungen auftreten:

Nervosität
Schlaflosigkeit
Übelkeit
Kopfschmerzen
Schweißausbrüche
Bluthochdruck
Herzrasen
Wahrnehmungsstörungen
Herz-Rhytmusstörungen
Kreislaufkollaps

Für Kinder und Jugendliche besteht dann ein gesundheitliches Risiko, wenn sie mehr als 3 mg Koffein je kg Körpergewicht aufnehmen. Diese Menge erreicht bspw. ein 14-jähriges Kind mit einem Körpergewicht von ca. 54 Kilogramm mit 0,5 Liter (zwei Dosen) Energy Drink.

Bei Erwachsenen sind Koffein-Einzeldosen von bis zu 200 mg (Tagesdosen bis 400 mg) gesundheitlich unbedenklich. Dies entspricht ca. 2 bis 4 Tassen Kaffee.

Bislang ist noch nicht geklärt, ob die unangenehmen Wirkungen von Koffein durch die Kombination mit anderen Inhaltsstoffen wie Taurin, Guarana oder L-Arginin verstärkt werden.

Energy-Drinks in Kombination mit Alkohol

Jugendliche und junge Erwachsene trinken Energy Drinks oft schneller und in größeren Mengen. Nach Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung rinken vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren große Mengen Energy Drinks, oft gemischt mit Alkohol.

Wenn Energy-Drinks mit Alkohol getrunken werden, dann meistens mit Wodka oder Jägermeister um den intensiven Geschmack des Alkohols zu reduzieren. In einer langen Disconacht können zum Beispiel innerhalb weniger Stunden bis zu 5 Liter Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Mehr als 52 000 Personen - Erwachsene, Jugendliche und Kinder - aus 16 EU-Mitgliedsstaaten wurden befragt. Jeder dritte Erwachsene in Europa konsumiert danach Energy Drinks, jeder zehnte sogar vier- bis fünf¬mal pro Woche oder öfter. Besonders beliebt sind sie aber bei den 10- bis 19-Jährigen. 68 Prozent der befragten Jugendlichen trinken Energy Drinks, davon jeder zehnte mehrmals pro Woche. Jeder Zweite der Erwachsenen und der Jugendlichen trinkt Energy Drinks zusammen mit Alkohol.

Das Koffein "maskiert" die Wirkung des Alkohols. In Studien wurde beobachtet, dass das Gefühl der Trunkenheit deutlich verringert ist, Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen. Dies führt zu einer höheren Risikobereitschaft. So verursachten Studenten in den USA, die Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken hatten, doppelt so häufig Autounfälle.

Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet in einer Stellungnahme zur Bewertung von Energy Drinks von Fällen mit Herzrhytmusstörungen und Nierenversagen bis hin zu Todesfällen.

Doch ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Konsum des Getränks und den Todesfällen ist bisher nicht nachgewiesen. Sollte es einen solchen Zusammenhang geben, müssten Energy Drinks als nicht sichere Lebensmittel eingestuft und der Verkauf generell verboten werden. Warnhinweise zur Kombination mit Alkohol oder Sport sind aber nicht vorgeschrieben.

Sollte man Energy-Drinks verbieten?

Die Verbraucherzentralen fordern aufgrund der EFSA-Bewertung und einer randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Cross-over-Studie des David Grand Medical Centers ein Verkaufsverbot an Minderjährige für alle Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt über 150 Milligram je Liter. Dazu zählen viele Energy Drinks und einige Colagetränke.

Darüber hinaus halten die Verbraucherzentralen eine bessere Kennzeichnung der Produkte für dringend erforderlich: Der Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" ist völlig unzureichend. Der Warnhinweis muss ergänzt werden um die Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung. Auch der Warnhinweis "Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet", der inzwischen Pflicht ist, reicht nicht. Diese Hinweise sollten deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Produkte stehen.

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