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Bandscheibenvorfall: was ist das?

21.09.2019 von Fit Industry

Bandscheibenvorfall: was ist das?

Du hast extreme, strahlende Rückenschmerzen? - Dann hast du vielleicht einen Bandscheibenvorfall.

Was genau ist ein Bandscheibenvorfall?

Der Bandscheibenvorfall ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Wirbelsäule. Hier treten Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal (den Raum, in dem das Rückenmark liegt) vor. Unsere Wirbelsäule besteht aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln und 5 Lendenwirbeln. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die sogenannten Bandscheiben, die als eine Art "Stoßdämpfer" dienen und für die Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule sorgen. Die Bandscheiben bestehen aus einem äußeren Faserring und einem inneren, geleeartigen Kern (Gallertkern). Durch Verschleiß oder eine Verletzung reißt bei einem Bandscheibenvorfall der Faserring und ein Teil der Masse tritt aus dem Kern aus. Im Volksmund heißt es dann, die Bandscheibe drückt auf die Nerven. Dies ist aus medizinischer Sicht aber nicht ganz korrekt. Die Geleemasse greift die umliegenden Spiralnerven an, wodurch sich die Nervenwurzeln entzünden. Dadurch entsteht der starke Schmerz entlang der Nervenbahnen, den wir als Bandscheibenvorfall kennen.

Welche Symptome treten bei einem Bandscheibenvorfall auf?

Kein Bandscheibenvorfall ist gleich. Ob Schmerzen auftreten hängt meist davon ab, ob das vorgewölbte Gewebe auf  die umliegenden Nerven drückt. Ist dies der Fall, gehen die Schmerzen von der betroffenen Region aus. Schmerzen im unteren Rücken sind bei einem Bandscheibenvorfall im unteren Lendenwirbelsäulenbereich typisch. Schmerzen an der Halswirbelsäue deuten auf einen sog. „zervikalen Bandscheibenvorfall“ hin. Die Schmerzen können dabei auch auf umliegende Bereiche ausstrahlen. So sind zum Beispiel Schmerzen in Beinen und Füßen und sogar in der Großzehe bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelsäulenbereich möglich. Die Schmerzen werden beim Husten, Niesen oder Pressen verstärkt. Auch Reflexausfälle, Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen können mit Fortschreiten der Wurzelkompression auftreten. Mitunter ist auch eine Störung der Harn- und Mastdarmentleerung möglich. Typische Anzeichen für die Erkrankung sind starke Rückenschmerzen, die teilweise auch mit Lähmungen und Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühle oder Kribbeln) in Armen und Beinen einhergehen und meist schlagartig bei Belastung auftreten. Symptome eines Bandscheibenvorfalls gehen fast immer von der Lendenwirbelsäule aus, weil das Körpergewicht hier einen besonders starken Druck auf die Wirbel und Bandscheiben ausübt.

Warum entstehen Bandscheibenvorfälle?

Ein Bandscheibenvorfall entsteht sowohl durch den natürlichen Alterungsprozess des Bindegewebes als auch einer dauerhaften Fehl- und/oder Überlastung der Wirbelsäule. Die Elastizität der Bandscheiben lässt im Laufe des Lebens nach. Grund dafür ist die bereits ab dem 20. Lebensjahr reduzierte Fähigkeit des Gallertkerns Wasser zu speichern. Wenn dann auch noch der Faserring durchlässig und rissig wird, besteht die Gefahr, dass die Bandscheibe verrutscht, aus dem Faserring herausgepresst wird und auf die Nervenwurzel drückt. Zu den auslösenden Faktoren gehören Übergewicht, Haltungsfehler, schwere körperliche Arbeit, ruckartige Bewegungen und Sportarten, bei denen die Wirbelsäule erschüttert wird (z.B. Reiten, Mountainbiking) oder in sich verdreht (Tennis, Squash). Ein Bandscheibenvorfall kann aber auch durch eine Schwangerschaft oder eine anlagebedingte Schwäche des Bindegewebes begünstigt werden. Unzureichend trainierte Bauch-, Rücken-, und Gesäßmuskeln können die Entstehung eines Bandscheibenschadens ebenfalls fördern, weil die Wirbelsäule schlecht gestützt wird. Das Altern hat Auswirkungen auf unsere Bandscheiben. Je älter man wird, desto weniger gut können die Bandscheiben Wasser aufnehmen. Diese Art von Verschleiß führt dazu, dass dieser ''Stoßdämpfer'' nicht mehr funktioniert und auf die umliegenden Nerven oder das Rückenmark drückt.

Wie geht man nach der Diagnose vor und welche Folgen können auftreten?

Die am häufigsten angewandte Operationstechnik zum Entfernen eines Bandscheibenvorfalls ist die offene Operation. Bei diesem Verfahren hat man auch in komplizierten und schweren Fällen den vollen Einblick in den zu operierenden Bereich.
Diese Operation erfordert eine Vollnarkose, die wiederum mit Risiken einhergeht. Vor allem bei älteren Patienten kann es durch die Narkose zu einem „Durchgangssyndrom“ kommen. Die Patienten sind nach der Operation kurz verwirrt. Meist verschwindet diese Verwirrtheit aber in den folgenden Tagen. Risiken einer solchen Operation sind plötzlich auftretende Blutungen, Verletzung von Nerven im Bereich der Wirbelsäule und Infektionen über die offene Wunde. Da bei einer offenen Operation viel Gewerbe zerstört wird, bedarf der Körper einer relativen langen Genesungszeit. Eine solche Operation ist also mit  einem Krankenhausaufenthalt von mehreren Tagen verbunden. In seltenen Fällen kann es auch erst nach der Operation noch zu Blutungen kommen, wenn eine Naht unzureichend war. Wurden im Laufe der Operation Nerven geschädigt, kann es nach der Operation zu Nervenausfällen kommen. In extrem seltenen Fällen kann es bei einer Nervenverletzung zu vollkommen Lähmung kommen. Wurde die Operationswunde mit Keimen kontaminiert oder haben sich die Wundränder nach der Operation infiziert kann es zu Fieber oder in schlimmen Fällen bis zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. Heutzutage wird deswegen immer öfter versucht, den Banscheibenprolaps minimalinvasiv zu entfernen. Das kann ambulant und sogar nur unter lokaler Betäubung stattfinden. Die Narben sind deutlich kleiner und der Patient erholt sich schneller. Es können auch psychische Probleme auftreten. Vor allem, wenn der Bandscheibenvorfall schlimme, lang anhaltende Schmerzen verursacht, kann das einen großen Leidensdruck bedeuten. Zusätzlich zu den Schmerzen können Muskelverspannungen die Alltagsbewältigung erheblich einschränken. Persönliche Hobbies, vor allem in sportlicher Hinsicht, können oft nicht mehr wahrgenommen werden. Die Schmerzen können auch Schlafstörungen verursachen. Wer vor Schmerzen nicht schlafen kann, fühlt sich den ganzen Tag über schwach, ist schlecht gelaunt und leicht reizbar. Das wirkt sich auch auf das direkte Umfeld, zum Beispiel Freunde und Familie aus. Je nachdem wie stark der soziale Rückhalt und auch der persönliche Umgang mit der Krankheit sind, kann sich ein Bandscheibenvorfall auf jeden Patienten unterschiedlich stark auswirken.

Kann die Ernährung zur Genesung beitragen?

Die wichtigste ''Ernährung'' für gesunde Bandscheiben ist und bleibt die ausreichende Bewegung. Nur durch die Wechseldruckbelastung (wie sie z.B. beim Gehen oder Laufen erfolgt) kann die nährstoffreiche Flüssigkeit in die Bandscheibe gelangen, die von ihr wie ein Schwamm vollgesaugt wird. Die Bandscheiben bestehen aus einem gelartigen Kern im Inneren, der von einem Knorpelfaserring umschlossen wird. Bei der Entlastung wird die Flüssigkeit mit den für die Bandscheibe lebensnotwendigen Nährstoffen vollgesaugt, bei Belastung wieder herausgedrückt. Stundenlanges Sitzen oder Stehen belastet die Bandscheiben nur einseitig, der Austausch kann dann nicht mehr stattfinden.

Wie sind die Heilungschancen?

Du bist direkt betroffen? Keine Panik, den meisten Patienten kann mit Medikamenten und Physiotherapie geholfen werden. Eine Operation ist nicht immer nötig. Schmerzen können viele Ursachen haben. Ein Bandscheibenvorfall ist eher die Ausnahme. Nur in zehn Prozent der Fälle ist ein Vorfall für die Beschwerden verantwortlich. Daher ist eine sorgfältige Diagnostik und exakte Schmerzbestimmung sehr wichtig. Grundsätzlich ist die Wirbelsäule sehr belastbar und hält selbst großem Druck stand. Studien zeigen, dass es den Heilungsprozess fördert, wenn sich Rückenpatienten so früh wie möglich wieder maßvoll bewegen. Schonung dagegen wirkt eher kontraproduktiv. In der Physiotherapie erlernt man sich rückengerecht zu bewegen, um den Rücken bestmöglich zu entlasten. Kräftigungsübungen dienen dazu, geschwächte Rückenmuskulatur gezielt aufzubauen. Werden Schmerzen gelindert, lösen sich Verspannungen leichter, und Bewegung fällt wieder leichter. In den meisten Fällen helfen klassische Schmerzmittel, wie Paracetamol oder sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac. Bei sehr starken Schmerzen sind für kurze Zeit auch stärker wirkende Opioide möglich. Ergänzend können Massagen oder Wärme- beziehungsweise Kältebehandlungen hilfreich sein. Chirotherapeutische oder -praktische Behandlungen wie Einrenken oder Mobilisation sollten erst durchgeführt werden, wenn die akuten Beschwerden vollständig abgeklungen sind.

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